Forschung

Lösungsbeiträge zu gesellschaftlichen Herausforderungen

Forschung um Ansätze und Beiträge zur Bewältigung gesellschaftlicher ­Herausforderungen erweitern

Was ist damit gemeint?

Komplexe und grenzübergreifende Problemfelder wie Klimawandel, Gesundheit und Ernährungssicherheit, Ressourcenverknappung oder Sicherung der Energieversorgung sind von weitreichender Bedeutung für die Funktionalität der Ökosysteme und die künftige Lebensqualität der Menschen weltweit. Gesellschaftliche Herausforderungen („societal challenges“) bezeichnen entsprechende Handlungsfelder, in denen die Wissenschaft fachliche Lösungsbeiträge von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung sowie Handlungsoptionen auf der Basis von Wirkungsanalysen bereitstellt.

Die Entwicklung von (Teil-)Lösungsansätzen und Entscheidungsgrundlagen für diese besonders relevanten Themen ist ein wesentlicher Beitrag der Wissenschaft zu einer Nachhaltigen Entwicklung.

Die Erwartungshaltung politischer und gesellschaftlicher Akteure an die Wissenschaft, sich dieser Themen anzunehmen, kommt auch in thematischen Schwerpunkten europäischer und nationaler Förderpolitik zum Ausdruck: Sowohl das EU-Rahmenprogramm Horizon 2020 als auch das BMBF-Rahmenprogramm FONA (Forschung für Nachhaltige Entwicklung) identifizieren gesellschaftliche Herausforderungen, an denen sich die Forschungsförderung orientiert. In seinem Positionspapier „Zum wissenschaftspolitischen Diskurs über Große gesellschaftliche Herausforderungen“ von 2015 unterstreicht der Wissenschaftsrat die Verantwortung von Wissenschaft, zur Identifikation und Bewältigung solcher Herausforderungen beizutragen.

Internationale politische Agenden, wie die 2015 von der globalen Staatengemeinschaft verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs), geben eine inhaltliche Orientierung bezüglich der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen: Diese beziehen sich beispielsweise auf globale Armut, Ernährungssicherheit, Gesundheit, Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Wasser- und Sanitärversorgung, Schutz von Ökosystemen, Nachhaltige Energie, menschenwürdige Arbeit und Klimawandel. Gesellschaftliche Herausforderungen zeichnen sich durch eine hohe Komplexität, Vernetzung, Unschärfe und Vielfalt beteiligter Akteure mit heterogenen Interessen aus. Sie weisen eine hohe Anzahl von Variablen auf, die für ihre Identifikation und Bewältigung berücksichtigt werden müssen und betreffen verschiedene gesellschaftliche Teilsysteme sowie die Wechselwirkungen zwischen diesen.

Ein wissenschaftsbasierter Beitrag zur Bewältigung einer gesellschaftlichen Herausforderung kann darin bestehen, die betroffenen Systeme zu analysieren, Szenarien zu entwickeln und Handlungsmöglichkeiten zu bewerten. Innovative (Teil-)Lösungen für diese Herausforderung können von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsorientierten Forschung in disziplinarischer Tiefe ebenso wie in interdisziplinärer Breite erarbeitet werden. 

Wie kann eine Umsetzung in Forschungsorganisationen aussehen?

  • Sachstandsanalyse der aktuellen Forschung zu gesellschaftlichen Herausforderungen
  • Agenda-Setting-Prozesse, beispielsweise durch Beteiligung an den Wissenschaftsjahren oder Entwicklung eigener Themenjahre
  • Sensibilisierung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler durch Informationsangebote zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen und Bedarfen, zum Beispiel durch Forschungskolloquien, (auch fachfremde) Impulsvorträge oder Thementage
  • Honorierung gezielter Forschungsbeiträge zu gesellschaftlicher Herausforderungen, beispielsweise durch Forschungspreise oder Anreizsysteme

Praxisbeispiele

Fraunhofer-Forschungsfelder


©Fraunhofer
Fraunhofer forscht in den Feldern der gesellschaftlichen Herausforderungen, um spürbare Verbesserungen für die Menschen zu erzielen. Der Schlüssel zu unserem Forschungsportfolio sind die vielfältigen bedarfs- und problemorientierten Forschungsfragen, die interdisziplinär und vernetzt werden - immer mit Fokus auf einen raschen Transfer.

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Förderung interdisziplinärer Querschnittsfragen in der Leibniz-Gemeinschaft


©Kasper/HKI

Leibniz-Institute widmen sich gesellschaftlich, ökonomisch und ökologisch relevanten Fragen. Interdisziplinäre Querschnittsfragen mit gesellschaftlicher Relevanz werden auf Organisationsebene durch die Instrumente der Leibniz-Forschungsverbünde (LFV) und Leibniz-WissenschaftsCampi (LWC) bearbeitet sowie durch das Leibniz-Wettbewerbsverfahren (SAW) gefördert.

Leibniz-Forschungsverbünde

Leibniz-Wissenschaftscampi

Leibniz-Wettbewerb

Weiterführende Informationen

Wissenschaftsrat (2015): „Zum wissenschaftspolitischen Diskurs über Große gesellschaftliche Herausforderungen“
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BMBF-Rahmenprogramm FONA (Forschung für Nachhaltige Entwicklung)
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EU Horizon 2020: Societal Challenges 
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United Nations (2015):
Transforming our world: the 2030 Agenda for Sustainable Development (Sustainable Development Goals)
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Nachhaltigkeits-
berichterstattung

DNK-Kriterium 

  • 10 Innovations- und Produktmanagement

GRI-Indikatoren

  • G4-PR1–4